04.05.2020 Regina Bruckmann: “Loschedder Madla” ist nun im Amt

04.05.2020 Regina Bruckmann: “Loschedder Madla” ist nun im Amt

Regina Bruckmann: “Loschedder Madla” ist nun im Amt

Seit dem 1. Mai ist Regina Bruckmann Bürgermeisterin von Lonnerstadt. Die Freie Wählerin hat in ihrer Heimat viel vor, um auch für die nachfolgende Generation attraktiv zu sein.

Mit zwölf Jahren wollte Regina Bruckmann Pferdewirtin werden. Damals bekam sie ein Pony, das sie offensichtlich sehr geliebt hat. Die Eltern sahen den Traumberuf ihrer Tochter allerdings mit anderen Augen. Offensichtlich nicht zu Bruckmanns Nachteil, sonst hätte sich vielleicht alles anders entwickelt. Wer weiß, ob Bruckmann heute als Bürgermeisterin an der Spitze ihrer Heimatgemeinde Lonnerstadt stünde.

Die Liebe zu den Tieren ist der neu gewählten Bürgermeisterin geblieben. Bruckmann, die heute mit ihrer Familie in der alten Lonnerstadter Mühle zu Hause ist, lebt dort mit Katzen, Hund, Hasen, Hühnern, Enten und einer Schildkröte.

Lange Zeit ohne Partei

Die Bürgermeisterin sieht sich selbst als “Loschedder Madla”. Fragt jemand “wo kommst’n her” sagt sie treffend “aus’m Wertshaus”. Das “Wertshaus” ist das Gasthaus zur Sonne , das heute von ihrer Schwester Petra bewirtschaftet wird. Schon in jungen Jahren musste Bruckmann mit anpacken. Aber sie bekam auch mit, wenn am Stammtisch diskutiert wurde. Oft kommunale Themen und nicht immer sachlich, wie sie heute weiß.

Als sich in Lonnerstadt die Freien Wähler gründeten, habe Friedrich Lettenmeier sie motiviert, mitzumachen. “Ich habe mich zwar für Politik interessiert, wollte aber keiner Partei angehören”, sagt Bruckmann. Inzwischen gehört sie dem Ratsgremium seit 18 Jahren an. Seit 2014 war sie auch Zweite Bürgermeisterin. Gerade da habe sie viele Einblicke in die Kommunalpolitik gewonnen.

“Jetzt haben die Lebensumstände total gepasst”, begründet sie ihre Bürgermeisterkandidatur. Ihre Ausbildung zur Industriekauffrau hat die heute 51-Jährige im Betrieb Martin Bauer absolviert.

Bisher lag in ihren Händen die kaufmännische Leitung des Mühlenbaubetriebs Bruckmann, dem von ihrem Mann Paul, einem ausgebildeten Müllermeister, gegründeten Unternehmen. Derzeit ist sie dabei, die Geschäftsführung an Sohn Robin, der eine kaufmännische Ausbildung durchlaufen hat, zu übergeben. Ihr zweiter Sohn Felix schlage im elterlichen Betrieb den technischen Zweig ein. Somit könne sie sich als Bürgermeisterin voll und ganz auf die kommunale Arbeit konzentrieren.

Nicht alle Ehrenämter ruhen

Auch einige ihrer bisherigen ehrenamtlichen Tätigkeiten möchte Bruckmann künftig in andere Hände legen. Beibehalten will sie jedoch das Amt der Vorsitzenden des Heimatvereins. Der Verein hatte sich im Zusammenhang mit der 1100-Jahr-Feier Lonnerstadts gegründet. Bei den Vorbereitungen habe sie sich viel mit Geschichte und Traditionen des Ortes beschäftigt, erzählt Bruckmann.

Der Heimatverein sehe es als seine Aufgabe, all das weiter zu pflegen, was durch das Jubiläum erst so recht zu Tage kam und auf keinen Fall in Vergessenheit geraten dürfe. Von ihrer Liebe zu Dingen mit Geschichte zeugt nicht zuletzt die alte Lonnerstadter Mühle und das von der Familie genutzte Wohnhaus.

“Gutes pflegen – Neues bewegen” sei auch das Motto ihrer Wählergruppe. Der alte Ortskern und dessen Belebung wird eines ihrer Hauptanliegen sein. “Das wird die Gemeinde über viele Jahre begleiten.” Dabei müsse man neue Wege gehen und als Gemeinde den Eigentümern Hilfestellung geben. Andernfalls sei man in zwanzig Jahren in der gleichen Situation wie heute.

Ebenso lägen ihr die Ortsteile am Herzen, so Bruckmann. Jeder Ort habe seine ganz speziellen Probleme, auf die es einzugehen gelte. Beispielsweise gebe es in Mailach keine Gastwirtschaft mehr. Daher sei es wichtig, dass sich die Dorfgemeinschaft einen Ort für Zusammenkünfte schaffe. Oberstes Ziel müsse es sein, dass auch die nachrückende Generation in ihren Heimatorten bleibt und sich hier wohlfühlt.

https://www.infranken.de/regional/erlangenhoechstadt/regina-bruckmann-loschedder-madla-ist-nun-im-amt;art215,4999339

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